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![]() Die Sonne geht am Ostersonntag nicht wie gewöhnlich auf, sondern sie hüpft dreimal vor Freude," schrieb schon vor 130 Jahren Adalbert Stifter. Die Osterfeiertage symbolisieren das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings. Ostern ist der bedeutendste Feiertag der katholischen Kirche, weil zu Ostern die Christen die Aufstehung von Christus aus seinem Grab feiern. Ostern wurde aber schon vor der Epoche des Christentums gefeiert. Es hat sich vielleicht aus dem jüdischen Feiertag "Pesach" entwickelt. Im Tschechischen wurde Ostern - velikonoce - nach der großen Nacht (velká noc) bezeichnet, in der Jesus Christus gekreuzigt wurde. ![]()
Die Osterfeiertage beginnen in Tschechien mit dem Gründonnerstag. Wir nennen diesen Tag "zelený ètvrtek". Es folgt der Karfreitag, bei uns als "velký pátek" bezeichnet. Dann kommt der Karsamstag - "bílá sobota" und schließlich Ostersonntag - "boží hod velikonoèní" mit dem Ostermontag - "velikonoèní pondìlí". An diesen Feiertagen wird bei uns spezielle Essen vorbereitet. Es wird das Osterbrot, Osterlämmchen oder Osterhasen gebacken. Dazu gehören natürlich auch Eier. Es sind vor allem buntgemalte hartgekochte oder aufgeblaste Eier oder Schokoladeneier. Die kunstbemalten Eier nennt man bei uns "kraslice". ![]() Am Ostersonntag werden gewöhnlich in Tschechien die Eier gefärbt. Sie werden durch Bienenwachs mit verschiedenen Ornamenten versehen oder man wickelt Gras und Brennessel um die Eier und packt sie in einen Strumpf. Anschließend werden sie in Zwiebelwasser gekocht. Die Jungen flechten die Osterruten und schmücken sie mit bunten Schleifen. Am Ostermontag gehen alle Jungen von Haus zu Haus, um mit ihren Osterruten die Mädchen zu schlagen. Der ursprüngliche Sinn dieses in den böhmischen Ländern weit verbreiteten Brauchs war die Verjüngerung der Mädchen. Fürs Schlagen mit der Osterrute und das Vortragen von Osterreimen oder -lieder schenken die Mädchen den Jungen bunt bemalte Eier. In den Häusern bekommen die Jungen nicht nur Eier, sondern auch ein Gläschen Schnaps oder Osterbrot. |